Weniger Besucher: Uznach kämpft um seine Märkte
Die Märkte haben in Uznach einen schweren Stand: Der Töniermarkt wurde abgeschafft und der Klaus-und der Maimarkt ziehen immer weniger Besucher an. Die Gemeinde ergreift nun Massnahmen. Diese kommen allerdings nur schleppend voran. Besser geht es anderen Märkten der Region.
Die Märkte haben in Uznach einen schweren Stand: Der Töniermarkt wurde abgeschafft und der Klaus-und der Maimarkt ziehen immer weniger Besucher an. Die Gemeinde ergreift nun Massnahmen. Diese kommen allerdings nur schleppend voran. Besser geht es anderen Märkten der Region.
Uznach freut sich auf den jährlich stattfindenden Maimarkt. Schön dekorierte Stände und blinkende Karussells suggerieren eine heile Welt – doch die gerät zunehmend ins Wanken: «Die Besucherzahlen stagnieren leider oder gehen gar leicht zurück», sagt Peter Seliner, Marktstandchef in Uznach. Das Problem kennt auch Alois Strässle, der fast 50 Jahre lang in der Uzner «Krone» wirtete und seit bald zwei Jahrzehnten in der Marktkommission mitwirkt: «Es ist seit Jahren schwierig, die Besucherzahlen an den Uzner Märkten zu halten.»
Nur noch zwei Uzner Märkte
Die Marktkommission entschied vor rund zwei Jahren, die Zahl der Märkte zu reduzieren: Der Tönimarkt im Januar wird nicht mehr durchgeführt. Um die verbliebenen Märkte zu beleben, wurde eine Arbeitsgruppe gebildet: «Wir sind daran, verschiedene Massnahmen umzusetzen», sagt Seliner. Das bestätigt Gemeindepräsident Christian Holderegger: Die Marktkommission habe die Werbung intensiviert.
Ausserdem prüfe man, rund um das Schulhaus Letzi einen Standort für eine Vereinsmeile zu schaffen. Aktuell sei die Gemeinde an der Gründung eines eigenen Organisationskomitees für eine erste Durchführung im nächsten Jahr. Die Gemeinde gibt den Vereinen auch mehr Spielraum bei den Betriebszeiten ihrer Stände. «Sie haben die Möglichkeit, den Marktbetrieb abends bis 20 Uhr statt wie bis anhin 17 Uhr zu verlängern», steht im Mitteilungsblatt.
«Krone» öffnet am Maimarkt für einen Tag
Die Uzner «Krone» ist zurzeit geschlossen, da Wirt Alois Strässle auf der Suche nach einem Nachfolger ist (siehe Artikel unten). Doch für den Maimarkt vom kommenden Samstag kehrt Leben in die «Krone» zurück. Strässle wird dabei eher aus dem Hintergrund mitwirken: «Hauptverantwortlich werden meine Kinder, Nichten und Neffen sein», verrät er. Diese haben vor, wie jeden Maimarkt eine Gartenwirtschaft und drei oder vier währschaften Menüs anzubieten. Er denke dabei an Schnitzel und Pommes Frittes, Bratwürste oder den Marktteller. «Dazu werden wir neu diverse Schweizer Spezialbiere im Angebot führen», sagt Strässle. Diese könnten in der «Krone» auch gekauft und mit nach Hause genommen werden. Das Ganze sei auf Anregung der Marktkommission angestossen worden.
Auch am Klausmarkt im vergangenen November versuchte die Gemeinde, neue Impulse zu setzen: Befragungen sollten Aufschluss darüber geben, ob die Standbetreiber bereit wären, länger offen zu haben. Dieses Thema sei aber mittlerweile wieder vom Tisch: «Längere Öffnungszeiten sind nicht im Interesse der hiesigen Marktfahrer», sagt Holderegger. Ob die Massnahmen der Kommission Erfolg haben und die Uzner Märkte wieder mehr Publikum anlocken, wird sich erst noch zeigen müssen.
Mehr Anfragen als Plätze
Besser geht es anderen Märkten in der Region. Laut Jahrmarktchef Roman Jud stiegen an den Märkten in Schänis und Maseltrangen die Besucherzahlen sogar leicht. Auch am Kaltbrunner Jahrmarkt sei die Anzahl Besucher und Stände unverändert hoch: «Wir weisen jedes Jahr Marktfahrer ab, weil wir keine freien Plätze mehr zur Verfügung haben», sagt Gemeindepräsident Markus Schwizer.
Wer einen Stand bekommt, für den lohne sich das in Kaltbrunn: «Nach Aussage der Marktfahrer ist unser Jahrmarkt einer der umsatzstärksten», sagt Schwizer. Ein Selbstläufer seien die Märkte aber keinesfalls. In Schänis sei das Interesse am Markt nicht mehr so gross wie früher: «Vor zehn Jahren musste ich noch etwa 20 Standbetreibern eine Absage erteilen. Heute ist es vielleicht noch die Hälfte», sagt Jud. Sein Fazit: «Als Marktstandchef muss man die Beziehungen zu den Stand- und Bahnbetreibern pflegen und darauf achten, dass die Qualität des Markts stimmt.»
«Märkte gleichen sich zu fest»
Markus Schwizer stimmt zu: «Es ist aber notwendig, ein ausgewogenes Angebot zu präsentieren.» Wie schwierig das ist, sehe man bei anderen Märkten in der Region: «Viele gleichen sich wie ein Ei dem anderen.» Der Kaltbrunner Jahrmarkt habe dank des Vieh- und Maschinenmarkts einen eigenen Charakter. Und Peter Seliner drückt es so aus: «Früher haben sich Bauern oder Familien vom Land am Herbstmarkt mit allem eingedeckt, was sie für den Alltag brauchten.» Heute könne man dank dem Internet und Supermärkten jederzeit alles kaufen. «Das hat den traditionellen Märkten das Leben erschwert.»
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