Kanton Glarus rechnet ab
Acht Wochen nach seinem Gastauftritt am Zürcher «Sechseläuten» zieht der Kanton Glarus Bilanz. Die OK-Leitung nennt Zahlen.
Acht Wochen nach seinem Gastauftritt am Zürcher «Sechseläuten» zieht der Kanton Glarus Bilanz. Die OK-Leitung nennt Zahlen.
Vom 21. bis 24. April 2017 hat sich der Kanton Glarus am Zürcher Frühlingfest im besten Licht gezeigt. Das Motto lautete «Glarnerland – einfach grandios». Vier Schneemann-Aktionen im Glarnerland und das «Fridlisfüür» vom 6. März 2017 in Zürich entfachten schon früh Vorfreude. Sowohl für die Glarner als auch für die Zürcher steht fest: «Das war ein Auftritt wie im Bilderbuch.»
Selbst der Diebstahl der Motto-Blache an der Lindenhofmauer konnte dem Gast nichts anhaben, die Blache wurde kurzerhand ersetzt. Während des Sechseläutens richtete das Glarnerland seine temporäre Basis auf dem Lindenhof ein und stiess damit auf durchwegs positive Resonanz. Am Kinderumzug und am Zug der Zünfte zum Feuer vertraten dann rund 500 Teilnehmende das Glarnerland und säumten mit gut 100'000 Zuschauenden den Strassenrand und den Sechseläutenplatz. «Unsere Kids waren vom Kinderumzug begeistert. An die vielen Leute und die Kameras mussten wir uns zwar alle zuerst gewöhnen, doch schon bald konnten es alle geniessen», erzählt Andrea Glarner von ihrer Aufgabe als Verantwortliche für die Glarner Kinderumzug-Delegation.
Die hohe Aufmerksamkeit verdeutlicht auch das Medienecho. 211 Berichterstattungen erreichten mit einer Auflage bzw. Zuschauer- und Zuhörerzahl von 2,8 Millionen gut 5,5 Millionen Menschen.
Sechseläuten schenkt ein
Auf dem Lindenhof tummelten sich während des Sechseläuten-Wochenendes rund 50'000 Besucherinnen und Besucher. An den Markständen und in der Gastronomie gingen 12'000 Kalberwürste, 3‘500 Sennenwürste, 1‘000 Schüblige, 80 Meter Glarner Pastete, 12'000 «Beggeli», 800 Glarner Birnbrote, 500 Kilogramm Käse und 2500 Ziger-Produkte über den Tresen. Bei den Getränken waren es 65 Hektoliter Bier, 270 Liter Brände und 34 Hektoliter alkoholfreie Getränke. «Wir Glarner dürfen stolz sein, dass wir die gesamte Speisekarte auf dem Lindenhof mit Glarner Produkten bespielen konnten. Das ist noch keinem anderen Kanton gelungen», freut sich Stefan Elmer, Verantwortlicher für den Lindenhofauftritt. Der Gesamtumsatz beträgt im Bereich Kulinarik weit über 200’000 Franken. Im Kulturzelt verkauften die Verantwortlichen 1'300 «Glarner Tüechli», 300 Bücher aus dem Glarner Verlagshaus Baeschlin und vier Kunstwerke.
An den Lesungen nahmen am Samstag und Sonntag rund 400 Zuhörer teil. Kulturzelt-Chef Mark Feldmann freut sich: «Ich bin überwältigt von der Begeisterung der Zürcher für das Glarnerland. Nach dem Malheur mit den verlorenen Bestelltalons für die «Glarner Tüechli» haben wir sogar noch mehr als ursprünglich verkauft.»
Auch aus touristischer Sicht war das Projekt ein Erfolg. In Läderachs Choco-Atelier stellten die Tourismuszelt-Besucher 1‘200 «Schoggi-Bööggs» her und degustierten 250 Kilogramm Schokolade. «Wir haben 9000 Tourismus-Flyer abgegeben und verzeichnen 3500 Wettbewerbsteilnehmer», freut sich die Tourismuszelt-Verantwortliche Gisela Thomann. «Die Buchungen haben deutlich zugenommen. 13 Prozent mehr waren es in der Woche nach dem Sechseläuten. In Elm haben Gäste vor Ort gemeldet, dass ihr Besuch vom Sechseläuten-Auftritt inspiriert sei.»
Zürcher Zünfte im Glarnerland
Aus dem Umfeld der Zürcher Zünfte verzeichnet das Glarnerland rund 1000 Besucher im Rahmen des so genannten «Nachsechseläutens», also an Ausflügen der Zürcher Zünfte ins Glarnerland. So besuchten Mitglieder des Zentralkomitees der Zünfte Zürichs auch die Glarner Landsgemeinde vom 7. Mai 2017. «Die Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Kultur und Regionalprodukte hat sich als richtig erwiesen und das Glarnerland zusammengeschweisst», ist OK-Leiter Christian Zehnder überzeugt. «Diesen Weg verfolgt das Kantonsmarketing schon seit jeher. Der Auftritt am Sechseläuten ermöglichte es, unser Potenzial vor einem grossem Publikum sichtbar zu machen.»
Budget wurde eingehalten
Der Kanton Glarus stellte für den ganzen Auftritt maximal 180'000 Franken zur Verfügung. Insgesamt konnte des OK mit einem Gesamtbudget von 236'000 Franken arbeiten. Dieses stellte sich nebst dem Kantonsbeitrag aus dem Beitrag der «Stiftung der Glarner Kantonalbank für ein starkes Glarnerland» sowie privaten Gönnerbeiträgen zusammensetzte.
An die finanzielle Vorgabe musste sich OK-Chef Christian Zehnder strikte halten: «Wir haben kostenseitig eine Punktlandung gemacht. Ein Grossteil der Kosten ging direkt an Glarner Unternehmen, Organisationen und Vereine weiter. Zum Beispiel haben wir für die ganze Gestaltung mit den Profis der einheimischen Standbau Hug AG zusammengearbeitet. Auch die Busse für den Transport der Teilnehmenden an die Umzüge, die Vereine selber sowie die Helfer mussten bezahlt werden. Standgebühren haben die Zürcher keine von uns verlangt, wir durften sie lediglich am Eröffnungsabend zum Essen einladen, deren Zutaten wiederum Glarner Produzenten lieferten.»
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