In die Röhre geblickt
Klar, in erster Linie ist ein Tunnel einfach mal ein Loch im Berg. Erst auf den zweiten Blick geben sich die vielen Geheimgänge, Lüftungsschächte und Fluchtstollen zu erkennen. Also, zündet Euch eine Gaslampe an, zieht einen Helm über den Kopf und kommt mit auf einen Rundgang durch den San Bernardino Tunnel.
Klar, in erster Linie ist ein Tunnel einfach mal ein Loch im Berg. Erst auf den zweiten Blick geben sich die vielen Geheimgänge, Lüftungsschächte und Fluchtstollen zu erkennen. Also, zündet Euch eine Gaslampe an, zieht einen Helm über den Kopf und kommt mit auf einen Rundgang durch den San Bernardino Tunnel.
«Eine Fahrt von Norden nach Süden wird Ihnen besonders Spass machen, weil Sie durch den San Bernardino Tunnel die Alpen schnell und sicher durchqueren.» Mit diesem Versprechen preiste die «Neue Bündner Zeitung» den frisch eröffneten San Bernardino Tunnel an. Mit seinen 6600 Metern Länge war er damals der längste Strassentunnel der Schweiz.
Heute vor 50 Jahren wurde im Berg drinnen noch im Eiltempo geschaufelt und gebohrt: Der Bau des San Bernardino Tunnels befand sich im Endspurt. Begleitet von Gesängen zu Ehren der heilligen Barbara, der Schutzpatronin der Mineure, wurde dann am 1.Dezember 1967 die Eröffnung gefeiert.
Seither ist der Tunnel in Graubünden auf 2067 Meter über Meer die zweitwichtigste Nord-Süd-Transitachse des Landes. Der San Bernardino Tunnel verbindet die Täler Rheinwald auf der nördlichen und das Misox auf der südlichen Seite.
Der runde Geburtstag wird am 1.Dezember gefeiert, doch bereits am Freitag wurden wir durch jene Gänge und Ecken geführt, welche der Tunnel normalerweise verborgen hält:
Für den Bau des San Bernardino Tunnel wurden über 81 Tausend Tonnen Zement verbraucht. Mehr als 970 Tausend Kilogramm Sprengstoff wurden eingesetzt und rund 5 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Die Bauzeit dauerte fünfeinhalb Jahre, während dieser Zeit verloren 11 Mineure ihr Leben. Woher wir das alles wissen? Die Zahlen wurden am 1.Dezember in der «Neuen Bündner Zeitung» präzise in einem Steckbrief festgehalten.
«Du Freundin Gottes, Barbara, sei uns in dunklen Zeiten nah. Dem Bergmann, dass er wiederkehrt, dem Herzen, dass es Christus hört.» So lautet die erste Strophe des Liedes «O Heiland, reiß die Himmel auf», welches der heiligen Barbara gewidmet ist. Weil sie die Schutzpatronin der Mineure ist, wird ihr Lied jeweils bei Durchschlägen voller Inbrunst gesungen. So auch damals, 1965 beim Durchschlag des Südportals vom San Bernardino Tunnels:
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