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Von Fucking bis Arschlochwinkel: Oberösterreich ist schon seltsam

Ich werde bald wieder nach Oberösterreich heimkehren. In das Land, wo Dörfer so lustig klingen, dass Besucher schon beim Anblick der Ortstafel einen Lachanfall bekommen.

30.01.18 - 17:07 Uhr
Leben & Freizeit
«Fucking» hat weit über die Grenzen Österreichs hinaus schon Schlagzeilen gemacht.
«Fucking» hat weit über die Grenzen Österreichs hinaus schon Schlagzeilen gemacht.
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Mein Praktikumsmonat im Bündnerland neigt sich dem Ende zu. Es geht bald wieder Heim, nach Oberösterreich, einem Bundesland, das nicht nur für seine wunderschönen Seen,  für die hügelige Landschaft und für seine umgänglichen und direkten Menschen bekannt ist.  

Sondern auch für so manche abstruse Destinationen, respektive ihre Namen. Unser bekanntestes Beispiel ist Fucking. Im Bezirk Braunau (ja, ein Fleck Erde der im Ausland ob eines geschichtlich berüchtigten Exportschlagers höchst ungewollt Bekanntheit erlangte). Ja, die Ortschaft in der Gemeinde Tarsdorf wurde tatsächlich wie die – für viele – schönste Sache der Welt bezeichnet.

Viel Publicity für Fucking

Das Gerundium des Verbs «to fuck» hat dem kleinen, sehr idyllischen Dorf, dessen Ortsname schon 1070 urkundlich erwähnt wurde, ungewollte Publicity beschert. Der  Bekanntheitsgrad von Fucking stieg durch die mediale Aufmerksamkeit, dass insbesondere englischsprachige Touristen mit Bussen zur Ortschaft anreisen.

Aber nicht nur die Amis und Briten liessen sich scharenweise vor den Fucking-Tafeln fotografieren. Auch Einheimische pilgern immer wieder nach Tarsdorf, das etwa 40 Kilometer von Salzburg entfernt liegt. Es kam auch häufig vor, dass die begehrten Tafeln abmontiert und gestohlen wurden. Sehr zum Ärger der Einheimischen und zur Belustigung der Leserschaft: «Polizei erwischt Fucking-Dieb».

Aufsehen erregte auch eine private Bierbrauerei aus dem deutschen Waldhaus, die seit 2010 das Bier «Fucking Hell» vertreibt. Die Bezeichnung wurde vom Europäischen Markenamt sogar zugelassen, weil sich «Hell» nicht auf «Hölle», sondern auf die Biersorte «Helles» beziehe.

Noch mehr ins Bild rückte die Ortschaft Fucking, als der österreichische Regisseur und Autor Kurt Palm die Krimi-Groteske «Bad Fucking» über das Leben in der oberösterreichischen Provinz in Anspielung auf den Ortsnamen verfasste. 2013 wurde «Bad Fucking» verfilmt.

Nun, Fucking ist in Oberösterreich keine Ausnahme. Warum man in Oberösterreich vom Diesseits ins Jenseits nur wenige Meter gehen muss, warum das Christkindl bei uns eine Heimat hat und warum Arschlöcher im Dachsteingebiet ihren Winkel finden, erfahrt ihr in unserer Bildergalerie:

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SO titelt: "Von Fucking bis Arschlochwinkel: Oberösterreich ist schon seltsam"
Ich finde schon seltsam das Niveau der SO, fortschreitend auf der nach unten offenen Richterskala.
Wozu überhaupt noch ein Zeitungs-Abo???
Zitat Bundesrätin Leuthard (MM 29.1.2018): "Viele Leute lesen keine abonnierte Zeitung mehr. Das Jahresabo einer Qualitätszeitung kostet schnell mal mehr als die Billag-Gebühr von künftig 365 Franken."
Meine MEINUNG, Südostschweiz - ja, ich muss es leider betonen bevor Sie mich wieder nichtveröffentlichen (Zitat 29.1. Reto Furter, den ich als einzigen schätze: "(…) verträgt es auch eine Demonstration in Davos, zu der die demokratische Linke aufgerufen hat. Das zu verwehren mit der Begründung, es liege halt zu viel Schnee im Dorf, ist so absurd wie entlarvend für die lokalen Behörden. Umso mehr, als dass sich WEF-Direktor Alois Zwinggi für freie Meinungsäusserung ausspricht, wie er sagt.") - ist: Damit hat die Bundesrätin recht, die SO kostet mehr als 365 Franken Jahres-Abo. Bloss die Sache mit der "Qualitätszeitung", äh....
Es bleibt als einzige Zuflucht nur das "freie" Internet, wenn überhaupt etwas.

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