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Trampen bis ans Goa-Festival in Lostallo

Vor dem Medienhaus von Somedia in Chur ist hin und wieder ein «Autostöppler» zu sehen, der sein Glück versucht. Am Dienstag gaben wir einem australischen Gast einen Tipp.

12.07.18 - 10:00 Uhr
Leben & Freizeit
Der Australier versuchte sein Glück neben dem Medienhaus.
Der Australier versuchte sein Glück neben dem Medienhaus.
TANJA EGLI

Das Somedia-Medienhaus in Chur steht direkt neben der Einfahrt auf die A13. Wer hier arbeitet und aus dem Fenster schaut, sieht deshalb viele Autofahrer, ab und zu aber auch «Autostöppler». So auch am Dienstag, als sich ein junger Mann mit Rucksack und einem Karton bei der viel befahrenen Kreuzung platziert. Er hält seinen Daumen hoch in der Hoffnung, ein Autofahrer fahre vorbei und nehme ihn mit. Für meine Arbeitskollegen und mich ist es vom ersten Stock des Medienhauses aus schwierig zu erraten, wohin der junge «Autostöppler» überhaupt gehen will. Auf seinem Karton steht: A13, San Bernardino. Vielleicht will er ins Tessin? Vielleicht auch nach Italien? Wir wollen es wissen! Ich entscheide mich, den Bürostuhl zu verlassen und den Mann über sein Vorhaben zu fragen.

Ziel ist das Festival

Der junge Mann aus Australien möchte nach Lostallo ans Goa-Festival. Aus taktischen Gründen verzichtet er auf die konkrete Beschreibung «Lostallo». Dies mit der Absicht, dass ihn vielleicht jemand bis San Bernardino mitnimmt und er dann von dort aus wieder weiterschaut. Seine Taktik bleibt erfolglos. Aus meiner Sicht aber weniger wegen der Beschreibung, sondern mehr wegen des Standorts. Normalerweise sind die «hitchhiker», welche vor dem Medienhaus stehen, innert einer halben Stunde weg.

Die meisten stehen aber weiter oben, noch näher an der Einfahrt der Autobahn A13 Richtung Reichenau. Deshalb gebe ich ihm den exklusiven «hitchhiker»-Geheimtipp, dass er 30 Meter weiter oben stehen soll.

Der «hitchhiker» bedankt sich für den Geheimtipp.

Bei einer Premiere darf man ja auch noch ein Auge zudrücken. Falls sich jemand fragt, seit wann Australier Hochdeutsch sprechen können: Seine Mutter ist Deutsche. Geboren ist er aber in Australiern, wo er auch heute noch lebt, wenn er nicht gerade sein Glück in der Schweiz sucht.

Ich verabschiede mich von ihm und wünsche ihm viel Erfolg auf seiner Reise nach Lostallo. Es geht wieder ins Medienhaus, wo ich ihn von seinem neuen Standort weiterhin beobachten kann. Nur wenige Minuten später hält ein rotes Auto an und nimmt den Tramper mit. Gern geschehen!

Visualisierung vom Standort
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