Die Geschichte eines alten Hauses im Neujahrsboten
Der neue Neujahrsbote für Glarus Süd ist erschienen. Zu lesen ist von Krieg und Skifahren, Reformierten und Katholiken, von alten Häusern und lebendigen Dörfern. Das hat allerdings auch einen etwas höheren Preis.
Der neue Neujahrsbote für Glarus Süd ist erschienen. Zu lesen ist von Krieg und Skifahren, Reformierten und Katholiken, von alten Häusern und lebendigen Dörfern. Das hat allerdings auch einen etwas höheren Preis.
Bevor der Neujahrsbote zurückblickt, schaut er voraus: Der Preis muss um vier Franken erhöht werden. Die Chronik für Glarus Süd kostet neu 29.50 Franken. «Während 50 Jahren konnte die Herausgabe lediglich aus dem Verkaufserlös bewerkstelligt werden», schreibt Petsch Marti im Namen des Stiftungsrates. «Wegen schwindender Verkaufszahlen reichen die Verkaufserlöse und die Unterstützungen leider nicht mehr, um die Ausgaben zu decken.» Der Stiftungsrat sucht jetzt Sponsoren und Unterstützer, um die Zukunft des Neujahrsboten zu sichern.
Krieg und Skifahren in Mitlödi als Thema
Für die knapp 30 Franken bekommen die Leser in diesem Jahr: Vier grosse Geschichten und eine Rückschau auf das Dorfleben in allen Hinterländer Ortschaften – verteilt auf über 400 Seiten und mit vielen Fotos illustriert. Den Anfang macht Autor Haymo Empl. Er zeichnet zum 500-Jahr-Jubiläum die Reformation in Glarus Süd nach und scheut nicht davor zurück, sich über die Gegenwart Gedanken zu machen.
Tina Wintle berichtet über die Geschichte der Villa Hof in Luchsingen. Ihre Geschichte beginnt mit dem Ehepaar Loretan, das im Herbst 1979 vor einer Baustelle an einem Rotlicht stoppen muss. «Für einige Minuten hatte sie freie Sicht auf ein Haus – ja eine Villa, die sie mit ihrem Eingangsportal und den vielen Fenstern erhaben von etwas oben herab anzuschauen schien.» Was folgt, ist die Geschichte des verwitterten Herrenhauses und des Ehepaars, welches es mit viel Liebe – und Geld – wieder auf Vordermann bringt. Später wird es zur Kulisse der SRF-Krimiserie «Wilder».
Danach erzählt Kurt Müller-Jenny von Krieg und Skifahren in Mitlödi. Vor 200 Jahren bekämpfen sich erst Franzosen, Österreicher und Russen. Und vor 150 Jahren bringt ein Heimweh-Mitlödner ein Paar Skis aus Norwegen mit. Er selber kann zwar keinen Stemmbogen machen, doch ein Verwandter, dem er die Ski schenkt, geht als erster Skifahrer der Schweiz in die Geschichte ein.
Der Neujahrsbote
1966 gab der Linthaler Primarlehrer Heinrich Stüssi die erste Ausgabe des «Neujahrsbote für das Glarner Hinterland» heraus. Bald wuchs das Werk und deckte jede der Hinterländer Gemeinden ab: Die Chronik sollte das Dorfleben von Herbst bis Herbst abdecken. 1984 bekam Stüssi die Unterstützung einer Redaktion. Nachdem Stüssi 2007 starb, gründeten die Redaktionskollegen eine Stiftung, welche den Neujahrsboden bis heute veröffentlicht. Nach der Gemeindefusion 2011 bekam das Buch einen neuen Namen: «Neujahrsbote für Glarus Süd». Bis dahin trugen die Ausgaben die Jahreszahl des folgenden Jahres. Weil die Chronik aber tatsächlich über das vergangene Jahr berichtete, wurde die Namensgebung angepasst – was erklärt, weshalb es zwei Neujahrsboten 2011 gibt.
Ueli Weber ist stellvertretender Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er hat die Diplomausbildung Journalismus am MAZ absolviert und berichtet seit über zehn Jahren über das Glarnerland. Mehr Infos
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