Es hätte böse enden können
Der vom Sturm «Burglind» am Mittwoch geköpfte Mammutbaum in Chur kann möglicherweise gerettet werden. Stadt und Kanton haben ständig ein Auge auf alte Bäume.
Der vom Sturm «Burglind» am Mittwoch geköpfte Mammutbaum in Chur kann möglicherweise gerettet werden. Stadt und Kanton haben ständig ein Auge auf alte Bäume.
Der Bündner Kantonsbaumeister Markus Dünner beschönigt nichts. «Wir haben grosses Glück gehabt», sagte er auf Anfrage. «Das hätte schlimm enden können.» Damit meinte Dünner jene sechs bis sieben Meter eines stattlichen Mammutbaums, welche am Mittwoch mitten in Chur auf die Strasse gedonnert waren und ein Marronihäuschen unter sich begraben hatten.
Zwei Containerlastwagen seien nötig gewesen, um das Holz abzutransportieren, sagte Dünner. «Es waren einige sehr happige Äste dabei, und das Hauptteil war ein richtig dickes Stück Holz.» Zum Glück sei niemand von den Holzmassen getroffen worden.
Hoffnung für den Baum
Dünner ist für den Baum zuständig, weil dieser auf kantonalem Grund und Boden steht. Man habe bereits am Mittwoch eine erste Bestandesaufnahme vorgenommen, sagte er. «Heute haben wir den Baum gemeinsam mit einem Spezialisten genauer angeschaut.» Für den Moment sei die Gefahr gebannt, so Dünner.
Ende Januar oder Anfang Februar will der Kanton den Baum erneut mit Spezialisten unter die Lupe nehmen. Dabei gehe es unter anderem darum, die abgebrochene Baumspitze zu sichern. «Sonst läuft dort Wasser in den Baum und er könnte zu faulen beginnen», sagte Dünner.
Anschliessend will der Kanton die Lage laut Dünner «eingehend analysieren». Nach wie vor sei möglich, dass der Baum gefällt werden müsse. «Wenn es die Sicherheit zulässt, möchten wir das aber verhindern.» In solchen Fällen müssten jeweils der Schutz eines historischen Baums und die öffentliche Sicherheit gegeneinander abgewogen werden. «Dabei wiegt die Sicherheit aber mehr.»
Jährliche Kontrollen
Auf kantonalem Grund stehen in Chur derzeit drei historische Bäume: neben dem beschädigten Mammutbaum noch ein ebenfalls rund 150-jähriges gleiches Exemplar vor dem Kunstmuseum und eine Blutbuche beim Regierungsgebäude. Alle sehr alten und sämtliche exponierten Bäume würden jährlich von Fachleuten untersucht, so Dünner.
Gleich hält es die Stadt Chur, wie Urs Crotta, Leiter der Dienststelle Grün und Werkbetrieb, sagte. Auch die Stadt ist für einen Mammutbaum verantwortlich: am Fontanapark.
Olivier Berger wuchs in Fribourg, dem Zürcher Oberland und Liechtenstein auf. Seit rund 30 Jahren arbeitet er für die Medien in der Region, aktuell als stellvertretender Chefredaktor Online/Zeitung. Daneben moderiert er mehrmals jährlich die TV-Sendung «Südostschweiz Standpunkte». Mehr Infos
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... kann es sein, dass durch…
... kann es sein, dass durch die MODERNE GESTALTUNG rund um den MAMMUTBAUM sich die WINDVERHÄLTNISSE verändert haben ?? ... vor der GESTALTUNG war ein in sich SCHÜTZENDES KONGLOMERAT VON BÄUMEN vorhanden ...