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Flagge zeigen am 1. August

Am Nationalfeiertag schmücken Bündner Gemeinden ihre Strassen. Aber auch bei Herr und Frau Schweizer selber kommt Festtagsstimmung auf. Eine Tour von Schweizerkreuz zu Schweizerkreuz.

02.08.18 - 07:00 Uhr
Ereignisse

Schon beim Eingang zum Dorf Tamins prangt es von Fenstern und Balkonen. Das weisse Kreuz auf rotem Grund, mal auf kleinen, mal auf grossen Fahnen. Es ist Nationalfeiertag, und das ist zu sehen – meistens.

Mauro Donati und sein Kollege Curdin Schmid sitzen auf dessen Balkon. Das Schweizerkreuz ist hier allerdings nicht zu finden. «Wenn ich nicht gerade das Haus renovieren würde, hätte ich schon eine Schweizerflagge rausgehängt», findet Schmid. Die beiden Taminser schätzen es, wenn die Häuser passend zum Bundesfeiertag geschmückt werden. «Ja, das finde ich sehr schön. Das gehört zum 1. August dazu», sagt Schmid.

«Wenn ich nicht gerade renovieren würde, hätte ich eine Schweizerflagge rausgehängt.»

An diesem Tag fehlt ihm allerdings etwas anderes: Wegen der anhaltenden Trockenheit gilt auch in Tamins ein allgemeines Feuer- und Feuerwerksverbot. «Dadurch sieht man in Graubünden nicht viel vom 1. August», sagt Donati. «Es braucht doch ein Feuer, nicht nur einen Gasgrill.»

In Felsberg steht ein Stück Schweiz

Der Nationalfeiertag in Domat/Ems: Entlang der Hauptstrasse können noch nicht viele Schweizerkreuze gesichtet werden. Doch in den Wohnquartieren zeigen sie sich – auf Fähnchen, Lampions und auf Girlanden. Beim Pflegeheim Casa Falveng hängen sogar mehrere Fahnen.

Auch in Felsberg kommt erst im Dorfkern wirklich Feiertagsstimmung auf. Sind entlang der Hauptstrasse nur vereinzelte Kreuze zu finden, zeigen sich im Dorfinnern viele Häuser und Wohnblöcke in Rot und Weiss. Es scheint fast so, als sei das Schmücken ansteckend. In manchen Quartieren zeigt sich kaum ein Haus ohne Schweizerflagge. Da kommt so richtig 1.-August-Stimmung auf.

Ein Wohnblock am Alberweg sticht besonders heraus: Heidi Schneebeli schaut sich zusammen mit ihrer Mutter die Dekoration auf den Balkonen an. Diese wurden mehrheitlich von Schneebeli geschmückt. «Meine Nachbarn haben aber fleissig mitgeholfen», erklärt sie. «Ich schmücke jeden 1. August unseren Wohnblock», sagt die gebürtige Felsbergerin. «Das gehört sich. Damit kann ich zeigen, dass ich eine stolze Schweizerin bin.»

«Ich schmücke jeden 1. August unseren Wohnblock. Damit kann ich zeigen, dass ich eine stolze Schweizerin bin.»

Genau gleich sehen die Balkone am orangen Mehrfamilienhaus jedoch nie aus. «Letztes Jahr hatte ich Plastik-fähnchen gekauft, doch die sind dann am heissen Geländer geschmolzen», erzählt Schneebeli schmunzelnd. Darum hat sie für dieses Jahr grosse Flaggen aus Stoff gekauft – neben solchen mit dem Schweizerkreuz auch solche mit dem Bündner Steinbock. Fast schon exotisch wirkt da die Flagge auf dem Nachbarsbalkon: Statt eines Steinbocks prangt hier ein Ochse auf der Fahne. «Diese ist von unserer Nachbarin. Sie ist Urnerin», so Schneebeli.

Vom Dorf in die Stadt hinein

Auch in der Bündner Hauptstadt wird der Nationalfeiertag zelebriert. So viele Fahnen wie auf den Balkonen am Felsberger Alberweg sind in Chur aber nicht auf die Schnelle zu entdecken. Hin und wieder weht ein Fähnchen an einem Wohnblock. Immerhin, im Rheinquartier zeigen sich einige der Bewohner voller Stolz auf die Schweiz. Und hier ist es wieder zu finden: Auf Girlanden, Flaggen und Lampions prangt das weisse Kreuz auf rotem Grund.

Andri Nay hat Wirtschaftsgeschichte und Politikwissenschaften studiert. Er schreibt seit 2017 für das «Bündner Tagblatt» und die «Südostschweiz». Mehr Infos

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