Biodiversitäts-Initiative
Demnächst stimmen wir über die Biodiversität ab. Aus der Landwirtschaft kommt heftigste Gegenwehr. Dabei ist das gar keine Landwirtschafts-Initiative. Und sie greift auch nicht die Bauern an. Es ist eine Biodiversitäts-Initiative. Die Biodiversität steht massiv unter Stress. Das bestätigen Erhebungen im In- und Ausland.
Dass wir diesen Artenschwund nicht wahrnehmen, liegt an der «Shifting Baseline»: Ich kann meine Beobachtungen nur am eigenen Erfahrungshorizont messen. Wir haben keine Vorstellung vom natürlichen Fischbestand in einem Flüsschen oder vom normalen Insektenreichtum in einer Wiese. Weil es gesunde Bäche und wirklich artenreiche Wiesen schon in unserer Kindheit nicht mehr gab.
Wir alle sind verantwortlich, den Artenschwund zu stoppen: öffentliche Verwaltungen, Hausbesitzer und Hauswarte, Försterinnen und Waldbesitzer, Konsumentinnen. Und ja, auch Landwirte.
In den letzten Jahren konnten im Naturschutz Erfolge erzielt werden. Sie sind das Ergebnis von aufwändigen Förderprojekten. Das zeigt, dass Naturschutzarbeit funktioniert. Aber auch, dass der grosse Einsatz nötig ist. Von selbst geht es nicht. Deshalb: Ja zur Initiative!
Jean-Marc Obrecht, Rapperswil-Jona
Präsident BirdLife St. Gallen
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Unlautere Argumente gegen…
Unlautere Argumente gegen die Biodiversitäts-Initiative
Beatrix Mühlethaler / 21.08.2024
Die Schweiz könne sich mehr Biodiversität nicht leisten. Mit dieser Aussage missachtet der Bund eigene amtliche Analysen und Ziele.
https://www.infosperber.ch/umwelt/uebriges-umwelt/unlautere-argumente-g…
https://www.suedostschweiz.ch/blogs/berner-politik/diversitaet-divers-b…
Ich finde diesen Text (Nationalrat Roman Hug SVP) bzw. diese Bauern Nimmersatte. Eine Schande.
Klar, Bauern sind wohl selbst Getriebene von der Finanzwirtschaft, die die eigentlichen Profiteure sind. Aber dann muss man halt diese Krankheit heilen, statt es an der armen Umwelt abzureagieren.
Ein grosser Kulturlandfresser ist der - immer noch zunehmend - wuchernde Strassenbau. Land, das dringend fürs Wohnen benötigt wird, falls man das Kulturland überhaupt zu "verbrauchen" sich entschliesst.
Letztlich ist das Übel die Gleichgültigkeit des Volkes. Mutmasslicher Slogan: "Das einzige, was zählt: Autofahren oder Handygaffen kann ich auch ohne Natur."
Versetzen Sie sich in die Haut eines Tierli-Lebewesens - sei es in Wohnquartieren (wo, wie bei uns, Facility-Managers praktisch jeden Quadratzentimeter upsidedownen) oder Landwirtschaft (manchmal in gekauften Rüeblis sehe ich oben, wo sie aus der Erde schauen, Nagespuren, und denke, ja wo sollen denn die armen Tierlis - wo sie mit Pestiziden vergiftet werden - noch Oasen finden in der Agrowüste, wo ist noch Platz für ihr DA-sein?
Dieses Video zeigt es aus dem Erleben eines Insekts. Wobei: so schöngemalt wie am Ende des Videos ist die Realität leider nicht.
ABER: Wir hätten es in der Hand!
https://www.youtube.com/watch?v=7m-4r9xaI_s
Werden Sie Politisch aktiv. Fantasievoll, Hebel der Wirksamkeit zu entwickeln. Auch Unkonventionelles.
Ein Beispiel: Werden Sie Mitglied (ich bin es schon):
https://www.kleinbauern.ch/aktiv-werden/
Wer sich in der Natur…
Wer sich in der Natur auskennt, der weiss, dass die Lage dramatisch ist. Wenn ich im Alltag sehe, wie gleichgültig, egoistisch und dilettantisch sich Menschen gegen ihren Mitlebewesen verhalten, bin ich sehr pessimistisch. Es ist so, dass wir Menschen ganz grundsätzlich glauben, die Erde gehöre vor allem uns und wir dürften sie nach unseren Vorstellungen umgestalten. Doch wie sollten wir auch auf die Natur Rücksicht nehmen, wenn wir uns gegenseitig erschiessen, in die Luft sprengen oder einander das Land wegnehmen?