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Empathie für Lärmopfer

Albert Schaufelberger bezeichnet den Abruptlärm als "nicht unbedingt angenehm". Sagt das nicht schon alles?
Sie begründen den Lärm mit "sehr unsicheren Weltlage", "Vaterlandsverteidigung", das sei "heute aktueller denn je". Ich sage Ihnen, was "heute aktueller denn je" wäre: "Denken statt Böllern". Mein Rat seit Jahren an die "Beste Armee der Welt".
Bereits anno 2000 im Beobachter: Lärm- und Ruhe- (Stille-) Gebiete sollten getrennt werden. Und auf diese Schiesshäuser bezogen, es sollte nicht quasi jede Gemeinde ihr eigenes betreiben, sondern weniger davon geben, die dann von vielen genutzt würden. Ich füge an: am besten in einem Steinbruch/Schlucht fernab. Derlei scheint gerade im grössten Kanton viel vorhanden.
Zudem sollte getrennt werden "Pflichtschiessen" und "Freizeitschiessen" ("aus Freude am Schiessen" analog BMW-Slogan "Aus Freude am Fahren", was uns die zunehmenden Verkehrsflutungen aufnötigt).
Wie im Beobachter fordere ich die "Schaffung von Ruhereservaten". Zumindest für Schwerkranke, Invalide (Herz/Kreislauf, ZNS, Dauerkopfschmerzen, ME/CFS etc.), also für die medizinisch Verletzlichsten. Zumal: Beobachter (13/2022) Wohnenimmissionen Vulnerable: «Besonders empfindliche Menschen werden vom Gesetz nicht geschützt». Also ausgerechnet diejenigen werden nicht geschützt, welche es am meisten benötigen.
Zwar ist Lärm für alle ungesund (wissenschaftlich objektiviert), jedoch nicht alle sind sich dessen bewusst. Und jene, die es fühlen, haben leider nicht immer das Selbstbewusstsein (oder Kraft), sich zu wehren (für sich einzustehen) oder sich zu organisieren (Zitat: "Koalition der Lärmgeplagten").
Zitat Beobachter:
- Für eine ruhigere Wohnung würden 54 Prozent der Befragten einen höheren Mietzins bezahlen – in der Regel zwischen 200 und 500 Franken mehr pro Monat.
- Die wenigsten Lärmopfer handeln. 62 Prozent der von Lärm geplagten Personen geben an, nichts unternommen zu haben. Die Gründe sind laut Alexander Lorenz unerforscht: «Ob dieses 'Nicht'-Verhalten als Hilflosigkeit, Gleichgültigkeit oder Resignation zu interpretieren ist, bleibt offen.»
In der Direktdemokratie-Schweiz scheint "Faust im Sack" leider "in Mode". 28.4.2022 Beobachter: Schweiz ist Mobbing-Europameister. Ich frage: Woher bloss der Hass in diesem "schönen" Land?
Ich wünsche den Lärmopfern mehr Selbstbewusstsein, und den Lärmpromotoren Einsicht ins Objektive.
Alain Delon († 18. August 2024): "Das Schlimme an den Minderwertigkeitskomplexen ist, dass die falschen Leute sie haben."

Wolfgang Reuss
20.08.24 - 11:59 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
Leserbrief Albert Schaufelberger "Werden Initiativen jetzt anonym lanciert?" 20.8.2024 Südostschweiz
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