Wann haben Sie zuletzt ein Insekt auf Ihrer Windschutzscheibe zerplatzen sehen?
Als wir (beide Mitte dreissig) Kinder waren, waren die Scheiben nach jeder Autobahnfahrt voller Insektenreste.
Die Schweiz hat eine enge Verbindung zur Landwirtschaft, die tief in unserer Gesellschaft verankert ist. Landwirtinnen produzieren nicht nur hochwertige Nahrungsmittel, sondern sind auch als Landschaftsgestalter und Hüterinnen der Ökosysteme aktiv. Dies ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance, denn die Bedeutung der Landwirte bleibt bestehen, oder nimmt sogar zu.
Ein Hauptargument gegen die Biodiversitätsinitiative ist der vermeintlich sinkende Selbstversorgungsgrad. Doch die derzeitigen 56 % Selbstversorgung hängen bereits stark von Importen ab. Ohne die Importe von Futtermitteln, Treibstoffen, Dünger, Saatgut und Landmaschinen würden ausser der Milch- und Fleischproduktion wenig übrig bleiben.
Versorgungssicherheit bedeutet nicht in erster Linie Selbstversorgung. In unserer globalisierten Welt ist auch die Schweizer Landwirtschaft auf Importe angewiesen um funktionsfähig zu bleiben. Ebenso ist Biodiversität ein komplexes Netzwerk, das nur funktioniert, wenn alle Teile zusammenarbeiten. Wenn zu viele dieser Teile wegfallen, muss der Mensch die natürlichen Funktionen ersetzen, was oft teuer und manchmal unmöglich ist – besonders für die Landwirtschaft.
Insekten bestäuben unsere Kulturpflanzen, Wälder schützen uns vor Lawinen, Feuchtgebiete vor Überschwemmungen. Es geht nicht darum, unzugängliche Parks zu schaffen, sondern die begrenzten Flächen der Schweiz so zu nutzen, dass alle profitieren. Ja zur Biodiversität und einer Zukunft im Einklang mit der Natur.
Géraldine Camenisch & Dr. Philipp Staudacher
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Schön, Géraldine Camenisch…
Schön, Géraldine Camenisch.
Allerdings ist es wohl so: die meisten Folks holen sich die Food-Billigware (weniger umwelt-/gesundheitsbewusst).
Zudem schöpft den grössten Teil die Finanzwirtschaft samt Handel ab.
Die Kunden (wir) müssten es zu unserer Sache machen. Aber wie? Ich schaffe es ja nicht mal seit Jahren, einen gutem Bio-Zwetschgenanbieter zu finden.
Trinkwasser- und Pestizide-Initiative abgelehnt. Nun auch die Dritte Initiative von Franziska Herren? Wie schafft die Frau das bloss? Allerdings finde ich Initiativen, die sich an alle wenden, grundsätzlich eher sinnlos. Weit bessere Chancen sehe ich für punktuelle Prototypen als Vorbild zwecks Dominoeffekt.
Wer organisiert das?
Beispiel:
https://wohnen.webnode.page/
Bäuerliche…
Bäuerliche Rücksichtslosigkeit (Pestizide, Güllen etc.):
https://www.blick.ch/schweiz/zentralschweiz/luzerner-bauern-bschuetten-…
Probleme über Probleme (PFAS…
Probleme über Probleme (PFAS sind auch in vielen Pestiziden):
https://www.20min.ch/story/pfas-verband-fordert-finanzielle-entschaedig…