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Werden hier Äpfel mit Birnen verglichen?

Frau Mazzetta, Umweltschutz in Ehren, aber Sie können nicht einzelne Kantone miteinander vergleichen. Basel-Stadt auf Rang 1 ist topografisch und Siedlungs-bezogen ganz anders strukturiert als Graubünden. In Basel-Stadt wird es einfacher sein, Häuser an einen Wärmeverbund anzuschliessen als in Graubünden. Mit der zerstreuten Siedlungsstruktur in Graubünden ist das häufig gar nicht möglich. Das EWZ oder auch einzelne Gemeinden haben in Graubünden an verschiedenen Orten von der Realisierung von Wärmeverbünden Abstand genommen, da sich das Projekt nicht rechnet. Auch muss gesagt werden, dass z.B. bei Mehrfamilienhäusern in den Bergen mit Radiatoren-Heizungen, wenn kein Wärmeverbund möglich ist, nur die Varianten Öl oder Pellets zur Verfügung stehen. Nun meine Frage an Sie: Was ist Umweltschutz-mässig besser Öl oder Holz? Sie werden Holz sagen. Holz ist aber auf keinen Fall klimaneutral, so wie man es immer wieder hört. Das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 kann nie und nimmer sofort wieder durch nachwachsendes Holz aufgenommen werden, d.h. der CO2-Bestand in der Atmosphäre wächst auch beim Verbrennen von Holz weiter. Das wollen Umweltschutzkreise und zum Teil auch die Politik nicht einsehen. In Deutschland stehen übrigens Holzheizungen bereits vor einem Verbot! Wenn man Umweltschutzverbänden und der Politik zuhört, hat man immer den Eindruck, dass der hinterst und letzte Bürger Geld im Überfluss hat und sein Gebäude von heute auf morgen komplett energetisch sanieren kann. Solche Sanierungen sind kostspielig und nicht jeder kann sich das leisten. Sollen die, welche nicht die nötigen Finanzen haben, im Winter ohne Heizung dastehen? Verbote sind für mich darum der komplett falsche Ansatz. Anreize schaffen ist schon besser, aber es muss auch Ausnahmemöglichkeiten geben. Es wird unumgänglich sein, dass gewisse Gebäude in den Bergen auch in Zukunft mit Öl beheizt werden müssen. Ein generelles Verbot von Öl-Heizungen ist völlig utopisch. Das müssen Umweltschutzverbände aber auch die Politik endlich einsehen.

Peter Meister
27.08.24 - 09:03 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
Graubünden am Pranger: WWF-Studie zeigt, wie es um den Klimaschutz im Kanton steht / Online / 27.08.24
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Ein Heizen ohne Öl sei an vielen Orten nicht möglich, findet Herr Meister! Es wird aber spätestens dann möglich sein müssen, wenn wir weltweit kein Erdöl mehr haben, weil wir es verbrannt haben. Man könnte das Erdöl sinnvoller einsetzen, als es zu verbrennen, da es für die Herstellung vieler Kunststoffe verwendet wird.