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Für Mensch, Tier und Umwelt

Eine intakte Natur ist Teil unserer Heimat, die wir im besten Falle bewusst mitgestalten. Heute sind rund die Hälfte der natürlichen Lebensräume bedroht. Rund ein Drittel unserer Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet oder bereits ausgestorben.

Strassen sollten deshalb nicht noch mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen beeinträchtigen und zerschneiden. Graubünden wächst bevölkerungsmässig nur im Churer Rheintal, deshalb können wir den jetzigen Strassenraum grossflächig optimieren, renaturieren, entsiegeln und wenn möglich nicht weiter ausbauen. Mehr Strassen und breitere Strassen bringen nur noch mehr Verkehr.
Noch mehr Autos. Das Erlebnis Natur ist mit dem ÖV, dem Velo oder zu Fuss viel schöner.

Tiere legen auch Wege zurück. Deshalb müssen wir grosszügig bewaldete Tierübergänge schaffen, dafür muss genau beobachtet werden, wo und wie sich diese Tiere fortbewegen. Für Kleintiere und Reptilien braucht es wo nötig Unterführungen. Das Eichhörnchen beispielsweise ist aus dem Siedlungsraum verschwunden, da wo zusammenhängende Baumgruppen den Strassen und der Infrastruktur gewichen sind. Das müssen wir wieder gut machen.

Der bestehende Strassenraum kann auch für den Fuss- und Veloverkehr positiv verändert und optimiert werden, ohne dabei noch mehr Lebensräume zu gefährden. Biodiversität und Artenvielfalt braucht in Zukunft einen viel grösseren Stellenwert bei Bau- und Strassenprojekten. Wir können Biodiversität sogar bewusst fördern und in diese Projekte einfliessen lassen.

Seit 1966 haben wir das Natur- und Heimatschutzgesetz. Seit 1989 ist der ökologische Ausgleich im Siedlungsraum in Graubünden gesetzlich bereits festgelegt. Dafür müssen Strassenräume und Parkierungsflächen umgeplant, entsiegelt und begrünt werden. Bestehende Grünanlagen können aufgewertet und belebt werden. Wir müssen auf jedenfall mehr tun.

Deshalb ist der VCS Graubünden am 22. September für ein Ja zur Biodiversität, innerorts sowie ausserorts!

Yvonne Michel Conrad

yvonne conrad
29.08.24 - 08:54 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
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