Lamentieren statt informieren
Lieber Venna. Brambrüesch braucht es nicht, weil der Winter tot ist. So deine Kurzversion. Dir scheint entgangen zu sein, dass Brambüesch vor acht Jahren mit dem uffa-Abo das erste Ganzjahresabo in Graubünden geschaffen hat und Brambrüesch im Gegensatz zu den anderen Bergbahnen in Graubünden deutlich mehr Umsatz im Sommer als im Winter macht. Das Projekt der Ersatzanlage folgt genau dieser Strategie. Zuerst informieren, dann lamentieren: www.uffa-projekt.ch
Ort:
Chur
Zum Artikel:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2024-08-30/treffen-unsere-gew…
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Geschätzter Reto, meine…
Geschätzter Reto, meine Familie ist langjähriger Aktionär der Bergbahnen Chur-Dreibündenstein AG (BCD AG) und entsprechend bestens informiert über den Gesundheitszustand des Patienten Brambrüeschbahn. Daher erlaube ich mir, einen Palliativpatienten zu benennen, wenn ich einen vor mir habe. Dein emotionaler Tsunami auf meine sachliche Kritik im Leserbrief vom 30. August 2024 in Ehren, doch lass uns bei den Fakten bleiben, welche der Bevölkerung am 19. Mai 2019 in der Abstimmungsbotschaft verkauft wurde: «Brambrüesch wird als ganzjähriges Churer Naherholungsgebiet definiert», wobei das Wintergeschäft eine tragende Säule darstellen soll und so auch mehrseitig argumentativ dem Stimmvolk serviert wurde. Du, in deiner Funktion als Mitglied des Verwaltungsrats der Bergbahnen BCD AG, verantwortest das Ressort Kommunikation. Dein aktuelles, offenes Statement wird vielen ChurerInnen helfen zu erkennen, dass ein Investment am Churer Hausberg ein Fass ohne Boden darstellt. Dabei täuscht auch dein Argument der verkauften Jahresabos zum aggressiven Discountpreis nicht hinweg, denn Rendite wird so kaum geschaffen. Oder wurden in den letzten fünf Jahren genügend Reserven – es müssten 2 Millionen Franken sein – gebildet, um die seinerzeit gestellten Bedingungen für die grosszügige Finanzspritze der Stadt zu erfüllen?
Wohl kaum. Und dein persönliches Feuer für den Risikosport Downhill-Biking teilen möglicherweise auch nicht alle ChurerInnen... Erlaube mir noch ein bisschen mehr zu lamentieren und mit der Farce «Churer Naherholungsgebiet» aufzuräumen: Am Samstag, 31. August, um 12 Uhr mittags, bei bestem Sommerwetter, präsentiert sich der Parkplatz vor der Brambrüeschbahn wie so oft: Über 80% der parkierten Fahrzeuge stammen ausserhalb von Graubünden. Soll die Churer Bevölkerung tatsächlich nahezu 40 Millionen – Einschätzung von Stadtpräsident Urs Marti in der Suedostschweiz – investieren, um das Freizeitvergnügen von ausserkantonalen Bikern zu subventionieren? Da Chur heute sparen muss, wäre es an der Zeit, die emotionalen Kindheitserinnerungen beiseite zu legen und diese Bahn in Würde untergehen zu lassen. Das damit frei gewordene Geld kann optimal in Kultur und Sport vor Ort investiert werden. Das dient – vor allem unter den neuen finanziellen Parameter – wesentlich mehr der Stadtbevölkerung, als eine private Bergbahn, die in den letzten zwei Jahrzehnten am finanziellen Tropf der Stadt Chur hing und dies mit absoluter Wahrscheinlichkeit auch künftig tun wird.
Reto Küng als King? Nein…
Reto Küng als King? Nein danke.
Venanzi Vincenz hat nicht Unrecht, das verbreitete Festhalten und Aufrüsten des Wintersports in GR finde ich falsch und innovationsfremd.
Was die Stadt Chur hier seitens Küng gross aufgleist (35 oder wieviele Millionen?), ginge auch anders.
Vor allem finde ich seine Rummel-Infrastrukturbauten das Gegenteil von Gesundheitstourismus. Velofahren für die Velofahrer (die unökologischerweise in Schwärmen mit grossen Karren jeweils am Parking Talstation Chur besichtigbar sind) gesund? Wobei die dort praktizierte Art kontraproduktiv für Gelenke sein dürfte. Für Wanderer finde ich es zunehmend ungesund dort.
Wenn ich es richtig verstehe, haben diese Leute die Wanderwege okkupiert. Oder wie soll ein Wanderer vom Rosenhügel aus in Richtung Känzeli wandern wie früher? Speedpisten für Küngs Marketingorganisation?
Ähnliche Zweckentfremdungen sehe ich im Foralweg in Richtung Waldrand. Offenbar seit dort oben die Bürgergemeinde einen neuen Bauern installiert hat, vermerke ich regen Verkehr, dort, wo alle Menschen, die in diesen Wald wollen, laufen müssen.
SUVs und rasant speedende Traktoren eh, aber vor paar Tagen ein schwarzer Ami-Schlitten. Und dieses Wochende etwa 19:45 Uhr eine Idylle und Waldbadenluft, als eine Frau auf der Strasse sass mit ihrem Hund, ich bergan die Strasse ging, wo mir ein seltsamer "Schlangenlinien fahrender" kleiner Pinzgauer entgegenkam, der an mir vorbeischmierte, und dem ich nachblickte und mich wunderte, dass er genau auf die Seite der Frau mit dem Hund zuhielt (statt wie ich erwartet hätte auf die Gegenseite der Teerstrasse). Die Frau hatte sich extra ins Wiesland hinausgestellt den Hund auf ihren Armen.
Ich finde diesen Fahrer einen rücksichtslosen Idioten, zudem verpestete er grossräumig extraekelhaft die Luft an diesem sanften Abend die Idylle crashend.
Seien es der Wanderweg hier Foral, oder "am anderen Ende" Rosenhügel (in Richtung Känzeli): Die Wandernden, oft alte Menschen, die auf Gesundheitsgründen spazieren (medizinisches Stichwort: Schrittzähler und ENTspannung) wird das Leben immer noch mehr vergällt durch die Öffnung für Zweirad und Vierradfahrzeuge.
Ruhestörung!
Früher galt hier Fahrverbot, und im Wald erst recht. Diese Verluderung (Denaturierung) lässt sich nicht schönreden von den Marketing/PR-Fritzen.
Ich finde das ungesund. Basta.
Die TOPCARD Arosa…
Die TOPCARD Arosa-Lenzerheide ist auch ein Ganzjahresabo und beinhaltet im Winter sogar ÖV. Dass man bei den miserablen Schneeverhältnissen im Sommer mehr Umsatz macht als im Winter ist auch nicht erstaunlich und kein Argument für eine Ersatzanlage. `Mehr` bedeutet auch nicht unbedingt gut. Ich denke auch, dass jemand, der keinen Wintersport betreibt, sich kaum ein Ganzjahresabo zutut würde. D.h. würde auch bedeuten, dass sich mit dem Wegbleiben des Schnees die Anzahl Abos verringern wird.
Die Stadt hat sich einfach viel zu viel vorgenommen und dabei keinen Unterschied zwischen wünschenswert und essentiell gemacht. Wir können uns eine 35 Millionen-Bahn einfach nicht leisten.
Lieber Fritz Schulthess…
Lieber Fritz Schulthess. Brambrüesch ist eine subventionierte Freizeitanlage für weit mehr als 100‘000 Gäste jährlich. Momentan kostet diese die Steuerzahlenden Fr. 400‘000 jährlich. Mit der vom Volk angenommenen Ersatzanlage beträgt dieser Betrag 0. Es ist eine Frage der Prioritäten, was einem wichtiger ist und wo gespart werden kann. Leider gibt es (noch) keine offiziellen Vergleiche - sie sind der Stadtrechnung aber zu entnehmen. Allein der Eisbetrieb in der Oberen Au kostet ein Mehrfaches von Brambrüesch. Ich rede nur von den jährlichen Betriebskosten. Von de Investitionrechnung ganz zu schweigen. Aber wir leben zum Glück in einer Demokratie, wo die Bevölkerung das letzte Wort hat. Und als Letztes noch einmal: unter 35 Mio. gibt es keinen Ersatz für Brambrüesch. Das steht auch im von der Stadt in Auftrag gegebenen Bericht, der nun bald seit einem Jahr unter Verschluss gehalten wird. Warum wohl?