Autobahnausbau schadet Graubünden
Es waren Bündnerinnen und Bündner, die zusammen mit engagierten Menschen aus Uri und dem Wallis Ende Achtzigerjahre die Alpeninitiative einreichten. Es war die erste Schweizer Volksinitiative überhaupt, die aus dem Berggebiet kam. Dank dem Volksentscheid von 1994 mit 52% JA und 16 befürwortenden Standesstimmen ist in unserer Verfassung verankert, dass die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet nicht erhöht werden darf.
Das muss auch so bleiben, denn jeder zusätzliche Strassenausbau zieht nach einer kurzen Entlastungsphase wieder mehr Autoverkehr und damit den nächsten Stau woanders nach sich. Auch eine A13-Verbreiterung wäre bei uns in Graubünden fatal, wo auf den letzten guten Landwirtschaftsflächen, vom Rheintal über das Domleschg ins Schams und Rheinwald und auch im Misox schlicht kein Platz ist für noch mehr Asphaltspuren.
Das gilt auch fürs Mittelland, auch wenn wir dort ein wenig mehr Platz im raumplanerischen Hosensack zu haben glauben, uns also ein wenig länger da hinein lügen und weiter ausbauen könnten.
Doch die Einsicht wächst. Beim Schweizer Städteverband sind inzwischen die Folgen des Autobahnausbaus klar: «Ein Ausbau erzeugt Mehrverkehr Richtung Städte, der auf dem untergeordneten Netz nicht aufgenommen werden kann und den ÖV konkurrenziert», hielt er 2019 fest. Nicht nur Alpentäler, auch Städte und Dörfer werden zum Flaschenhals, weil der Raum auch dort knapp ist. So verwundert es nicht, dass betroffene Städte sich gegen den Autobahnausbau im eigenen Umland stellen, so wie das Parlament der Stadt St. Gallen.
Es zeigt sich so, dass ein Nein zum Autobahnausbau im Interesse aller ist, in Stadt und Land, und in den Bergen erst Recht.
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NEIN Autobahnenbau 24.11.24…
NEIN Autobahnenbau 24.11.24.
Bereits anno 2000 schreibt der Beobachter:
«Koalition der Lärmgeplagten»
Noch ist das Projekt kaum mehr als eine Idee. Doch im Urnerland ist das Interesse gross. Und in der «Neuen Luzerner Zeitung» gab es bereits prominente Schützenhilfe. «Uri hat nur eine Chance, wenn es sich mit anderen lärmgeplagten Regionen solidarisiert und zusammentut», sagte der Politberater Iwan Rickenbacher. Und der Berner Politologe Adrian Vatter meinte: «Es braucht eine Koalition der Lärmgeplagten.»
Schaffung von Ruhereservaten
Dasselbe ist dem Luzerner Umweltbeamten Beat Marty aufgefallen: «Lärmfreie Räume sind im Gesetz gar nicht vorgesehen.» Nach zehn Jahren Lärmschutzverordnung wäre es «vielleicht nicht schlecht, den Lärmschutz wieder grundsätzlich anzuschauen», sagt der Präsident des Fachbeamtenverbands «Cercle bruit». Denn auch Parks oder Spielplätze geniessen keinen speziellen Lärmschutz. Marty schwebt etwas Konkretes vor: «Vielleicht müsste man Ruhereservate schaffen.»
Der gesamte Beobachter-Artikel hier:
https://wohnen.webnode.page/information/
Gegenteiliger Ansicht ist Reto Loepfe, Gemeindepräsident Rhäzüns:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2024-11-07/abstimmung-ausbau-…
https://www.infosperber.ch…
https://www.infosperber.ch/umwelt/autobahn-ausbau-behauptungen-und-unwa…
Autobahn-Ausbau: Behauptungen und Unwahrheiten
Auch wenn es die Befürworter ständig behaupten – der Autobahn-Ausbau würde keine Probleme lösen.
Im Abstimmungskampf um die Autobahnmilliarden ziehen die Ausbaubefürworter alle Register. Die Palette reicht von falschen Behauptungen über unhaltbare Vergleiche bis zur Missachtung wissenschaftlicher Fakten.
Tatkräftig unterstützt einmal mehr von den grossen Medien in unserem Land. Nicht nur die Arena-Sendung von SRF zeigte beängstigend Schlagseite in Richtung Autobahn-Ausbau – auch die Sonntagspresse bläst ins gleiche Horn. Dabei wäre es journalistische Pflicht, die Behauptungen und Argumente der Befürworterschaft auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen.
So behaupten Bundesrat Rösti und Co. unverdrossen, die Autobahnkapazitäten entsprächen dem Bedarf einer Sechs‑Millionen-Schweiz – in den letzten 30 Jahren habe man es verpasst, die Infrastruktur der wachsenden Bevölkerung anzupassen. Ein Blick in die Zahlen des Bundesamts für Statistik macht deutlich: Falsch. Stimmt nicht!