Griechische Exravaganz in Chur
Regionale Designer zeigen am Samstag in Chur die neusten Fashion-Trends. Und wir zeigen Euch, wer alles dabei ist. Heute folgt der letzte Beitrag der Serie, Teil 4.
Regionale Designer zeigen am Samstag in Chur die neusten Fashion-Trends. Und wir zeigen Euch, wer alles dabei ist. Heute folgt der letzte Beitrag der Serie, Teil 4.
Mode Tanz Musik: So heisst das Fest, welches am Samstag auf dem Churer Bahnhofplatz stattfindet. Lokale Designer werden ihre neusten Kollektionen präsentieren, 40 junge Menschen werden auf der Bühne tanzen, und die Sänger der Musikschule in Chur werden auftreten.
Als Vorgeschmack auf den Event haben wir mit allen vier Designern gesprochen, die ihre Models über den Lauftsteg schicken werden. So auch mit Fotini Böcherer. Die Designerin und Schneiderin wird Frauen im Alter von drei bis 78 Jahren ins Zentrum der Show rücken.
Ein Kleidungsstück mit Persönlichkeit entsteht
«Foti-Collection» steht auf dem Schaufenster in grossen, dicken Buchstaben. Ausgestellt sind Kissen – in allen Farben, Mustern und Variationen. «Das ist doch schön», sagt Fotini Böcherer. Sie hebt einige Kissen hoch, wirft sie in die Luft. «Immer wenn ich etwas Geld übrig habe, kaufe ich mir Stoff. Damit mache ich, was ich will. Und das letzte Mal habe ich Kissenbezüge genäht», erzählt Fotini. «Alle haben gelacht. Meine Freunde haben mich gefragt: 'Fotini, warum machst du keine Frühlingsdekoration?’ Und ich habe gesagt: ‚Sieh her. Ich taufe diese Kissen mit dem Namen Frühlingsdekoration». Fotini lacht.
So ist sie. Eine hagere Gestalt, die nur gebrochen Deutsch spricht. Und klare Vorstellungen davon hat, wie es im Leben laufen muss. In diesem Artikel will sie nur beim Vornamen genannt werden, denn die Höflichkeitsform mag sie nicht. Also Fotini. Die Griechin ist eine muntere Frau, voller Lebensfreude. Innerlich bunt, aussen schwarz angezogen. Und das jeden einzelnen Tag, seit sie ihr Heimatland verlassen hat.
Nicht nur, dass Fotini täglich schwarz trägt. Sie trägt auch jeden Tag die selben Sachen. In ihrem Kleiderschrank hängen einzig sieben gleiche schwarze Blusen, und drei gleiche schwarze Hosen. «Das ist alles, was ich habe. Mehr brauche ich nicht.» Ausserdem ist es Fotini wichtig, bei ihrer Arbeit im Hintergrund zu bleiben. «Ich will, dass du die Beste und die Schönste bist, wenn du in meinen Kleidern strahlst. Ich will dich in den Fokus rücken.»
Fotini kann das. «Wenn du weisst, was du möchtest, dann mach ich das Beste für dich.» Nun freut sie sich, das Beste für ihre Freundinnen und Bekannten zu machen. Denn sie werden die neusten Kleider von Fotini präsentieren. «Diese Kleider habe ich mit Liebe gemacht. Weil ich weiss, für wen ich sie mache. Und ich bin so froh, dass meine Freundinnen meine Kleider tragen werden, auch wenn sie noch nicht wissen, was sie erwartet.» So ist Fotini. Sie macht nicht erst die Kleider, in die sie die Menschen dann hüllt. Sie lernt die Menschen kennen, um dann deren Charakter entsprechend die Kleider zu gestalten.
Einmischen tut sich Fotini erst dann, wenn jemand an sich herumnörgelt. «Ich sage dann immer: 'Mach dich nackt. Das, was du im Spiegel siehst, bist du. Lieb dich!'» Und genau das will sie mit ihren Kleidern erreichen: Dass die Menschen sich darin lieben. Darin wohlfühlen. Und dieses Gefühl nach aussen transportieren. So ist ihr wichtigstes Ziel an diesem Mode-Tanz-Musik-Anlass, Spass zu haben. «Ich will, dass wir einen schönen Tag haben und diesen geniessen.»
«Wenn du nicht bist, wer du sein solltest, dann nützt dir alle Werbung dieser Welt nichts», sagt Fotini. Sie habe alles, was sie brauche: Jeden Tag öffnet jemand die Tür zu ihrem Atelier. Damit sie zur Schere greift und das tut, was sie am besten kann: Kleider entwerfen.
Am Mode-Tanz-Musik-Anlass wird Fotini dabei sein. So auch Jungdesignerin Gioanna Michel, Modistin Verena Philipp und Oliver Gross mit der Outdoor-Marke Rotauf – die wir Euch bereits vorgestellt haben. Weiter werden auch die Musikschule Chur und die Tanzschule Stellwerk auftreten. Die Shows beginnen jeweils um 13 und 15 Uhr.
Übrigens: Solltet Ihr nicht dabei sein können: Wir senden am Samstag live vom Catwalk – auf dem «Südostschweiz»-Profil auf Facebook.
Kristina Schmid berichtet über aktuelle Geschehnisse im Kanton und erzählt mit Herzblut die bewegenden Geschichten von Menschen in Graubünden. Sie hat Journalismus am MAZ studiert und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Rheintal, worüber sie in ihrem Blog «Breistift» schreibt. Mehr Infos
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.