Die Fische wollen nicht ins Netz
«Nur» 261 Tonnen holten die Berufsfischer im vergangenen Jahr aus dem Bodensee. 40 Prozent weniger als im Vorjahr. Und auch am Walen- und Zürichsee sah die Bilanz nicht rosig aus.
«Nur» 261 Tonnen holten die Berufsfischer im vergangenen Jahr aus dem Bodensee. 40 Prozent weniger als im Vorjahr. Und auch am Walen- und Zürichsee sah die Bilanz nicht rosig aus.
Für die Berufsfischer am Bodensee war 2015 ein katastrophales Jahr. Es ist fast 100 Jahre her, seit sie zum letzten Mal so wenig Fische aus dem Bodensee ziehen konnten. Nämlich 261 Tonnen. Das mag sich nach viel anhören, aber: Vor zehn, selbst vor vier Jahren, holten die Fischer noch 800 Tonnen Fisch aus dem See. Und auch im Vergleich zum eher bescheidenen Fangjahr 2014, wirkt der Einbruch mit 40 Prozent heftig.
Nicht ganz so hart getroffen hat es die Berufsfischer am Ober- und Zürichsee. Aber auch sie mussten kämpfen: Der Fangertrag ging 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zurück. Holten die Berufsfischer 2014 noch 216 Tonnen Fisch aus dem See, waren es letztes Jahr nur noch 179 Tonnen.
Der Fangertrag am Walensee fiel im vergangenen Jahr um gut zehn Prozent; die Berufsfischer zogen 8,3 Tonnen Fisch aus dem See. Das ist zwar weniger als im Jahr 2014 – aber: Für die Verhältnisse am Walensee lägen die Werte noch immer im Durchschnitt (siehe Grafik), heisst es bei der Fischereikommission Zürichsee, Linthkanal und Walensee.
Für Berufsfischer sind der Walen- und insbesondere der Zürichsee von grosser Bedeutung. Angler fischen aber auch gerne mal im Linthkanal. Aus diesem holten sie im letzten Jahr rund 663 Kilogramm Fisch. Eine eher triste Angelegenheit, wie der Vergleich mit anderen Jahren zeigt: 663 Kilogramm – das ist der niedrigste Fang seit 1945, wenn man von den Jahren 2010 bis 2012 absieht. In diesen durfte infolge Bauarbeiten nicht oder nur reduziert gefischt werden. (ivk)
Welche Fische am häufigsten im Netz der Fischer landen, was die Ursachen für den Einbruch sind und wie die Situation im laufenden Jahr aussieht, lesen Sie in der «Südostschweiz» vom Samstag.
Kristina Schmid berichtet über aktuelle Geschehnisse im Kanton und erzählt mit Herzblut die bewegenden Geschichten von Menschen in Graubünden. Sie hat Journalismus am MAZ studiert und lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Rheintal, worüber sie in ihrem Blog «Breistift» schreibt. Mehr Infos
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.