Martullo wird belagert
In der Hauszufahrt der Bündner SVP-Nationalrätin in Meilen ist der Teufel los: Seit heute Mittag stehen dort offenbar Zelte von Jungsozialisten. Diese demonstrieren so gegen die Superreichen und für ihre Initiative.
In der Hauszufahrt der Bündner SVP-Nationalrätin in Meilen ist der Teufel los: Seit heute Mittag stehen dort offenbar Zelte von Jungsozialisten. Diese demonstrieren so gegen die Superreichen und für ihre Initiative.
Eine Gruppe von Jungsozialisten hat heute Mittag das Haus der Bündner SVP-Nationalrätin und EMS-Chefin Magdalena Martullo im zürcherischen Meilen belagert. Sie demonstrierte dort gemäss einer Meldung des Onlineportals «20 Minuten» gegen Superreiche. Zu diesem Zweck habe die Juso-Gruppe die Einfahrt zur Villa der vermögenden Blocher-Tochter mit Zelten blockiert.
«Den Superreichen den Mittelfinger zeigen»
Die Aktion diene dazu, auf die Kampagne der Juso zur 99-Prozent-Initiative aufmerksam zu machen, heisst es in der Meldung. Diese startet am Mittwoch mit dem Motto: «Zeigen wir den Superreichen den Mittelfinger.»
An der Juso-Aktion hat Martullos Mann, Roberto Martullo, offenbar überhaupt keine Freude: «Was soll das hier? Hören Sie, das ist Privatgrund», soll er laut einer «20 Minuten»-Reporterin vor Ort zur anwesenden Juso-Präsidentin, Tamara Funiciello, gesagt haben. «In fünf Minuten sind Sie verschwunden, sonst rufe ich die Polizei.» Und die sei in der Folge auch tatsächlich bei Martullos Haus vorgefahren.
Mit der 99-Prozent-Initiative wollen die Juso Kapitaleinkommen künftig stärker besteuern. Laut Juso-Schätzungen belaufen sich die Erträge aus Kapitaleinkommen auf bis zu 10 Milliarden Franken. Die Jungpartei will, dass diese Erträge auf Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen umverteilt werden. Weil gleichzeitig zum Steuervorschlag eine Freigrenze von einem Prozent gelten soll, würde die Steuer nur das oberste Prozent der Reichen treffen. Daher der Name der Initiative.
Wie Dagobert Duck
Dass man sich mit dem Zelt-Protest gerade gegen Martullo richte, sei kein Zufall, so Funiciello: «Sie ist das Sinnbild der Superreichen. Sie badet wie Dagobert Duck im Geld, während andere ihre Miete oder Krankenkasse nicht bezahlen können.» Zu allem Übel sitze sie auch noch im Parlament, wo sie Klientelpolitik betreibe. Gegen solche Leute richte sich die Initiative der Juso.
Seitens der Zürcher SVP hat man den Vorfall in Meilen offenbar sportlich zur Kenntnis genommen. Und hält auch mit eigenen Vorschlägen nicht zurück:
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