Das sagt die Kantonsärztin zur Bündner Impfstrategie
Die Bündner Kantonsärztin tritt um 9 Uhr vor die Medien und informiert über den aktuellen Stand der Corona-Bewältigung und die Impfkampagne des Kantons.
Die Bündner Kantonsärztin tritt um 9 Uhr vor die Medien und informiert über den aktuellen Stand der Corona-Bewältigung und die Impfkampagne des Kantons.
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Die Fragerunde ist beendet. Jetzt widmet sich Marina Jamnicki den Fragen der Radio- und TV-Journalistinnen und -journalisten. Damit verabschieden wir uns und wünschen einen schönen Tag!
Über die Feiertage habe es nicht so viele Unfälle gegeben wie den vergangenen Jahren, beantwortet Jamnicki die Frage eines anwesenden Journalisten. Das habe sie überrascht. Auch die Zahlen seien nach den Feiertagen nicht angestiegen, sondern konstant gleich geblieben. Die Kurve sei nicht steiler geworden.
Jetzt ist der Raum offen für Fragen der Journalistinnen und Journalisten. Südostschweiz-Redaktor Patrick Kuoni fragt nach einer Bilanz der ersten Tage der Impfkampagne. «Je mehr wir impfen, desto mehr wollen sich impfen lassen», sagt Marina Jamnicki dazu. Sie sei zufrieden mit dem Start der Kampagne.
Jamnicki sagt, dass der Kanton durch viele Tests einen Lockdown verhindert wolle. Ziel sei es, Infizierte zu finden, die nicht wissen, dass sie infiziert seien. Deshalb würden jetzt zum Beispiel auch Schülerinnen und Schüler in Schiers getestet.
Für Marina Jamnicki sind die Erwartungen der Bevölkerung an die Impfung und die Logistik der Kantone zu hoch. «Ich hatte den Eindruck, dass alle erwartet haben, dass am 20. Dezember alle geimpft sind, nachdem der Impfstoff am 19. Dezember zugelassen wurde.» Das gehe nicht so schnell, es brauche Geduld.
Bis ein Grossteil der Menschen geimpft sei, könne man nicht auf die harten Massnahmen verzichten. «Solange die Fallzahlen so hoch sind, müssen die Massnahmen bleiben.»
Ab dem 12. Januar soll eine Plattform online gehen, wo man sich selbst elektronisch für eine Impfung anmelden kann. «Es wird kein Wunschkonzert geben. Die Termine werden vergeben», so Jamnicki. Leute, die sich online nicht so auskennen oder keinen Zugang haben, können sich auch via Hotline für einen Termin melden.
Das Bündner Gesundheitsamt plant neun Impfzentren im Kanton: in den grösseren Regionalspitälern – also in Davos, Ilanz, Poschiavo, Schiers, Scuol und Thusis – und in der Moesa, in Chur und in St. Moritz. Dort wird überall vorerst das Pfizer-Vakzin verimpft.
Das Gesundheitsamt erstelle einen Plan, wie viele Personen pro Woche geimpft werden sollen. Dann werden die entsprechenden Dosen beim Lieferanten bestellt. «Wenn Impfstoff in die Moesa gebracht wird, war der einige Stunden unterwegs.» Deshalb brauche es eine gute Planung. «Der zweite Impfstoff von Moderna ist ein Lichtblick. Dieser kann 30 Tage bei Kühlschranktemperatur gelagert werden. Das vereinfacht die Planung», so Jamnicki.
Die Planungen für die Impftermine seien zum Teil in den Weihnachtsferien gemacht worden. Am Montag wurden die ersten Personen im Altersheim geimpft. Der Kanton habe bewusst zuerst ältere Personen geimpft und diese Priorisierung vorgenommen. «Wir haben uns überlegt, wer am meisten vom Impfstoff profitiert, auf einer individuellen Ebene und auf der Bevölkerungsebene.» Wer älter als 75 Jahre alt ist, hat das grösste Risiko und kommt deshalb gemäss eidgenössischer Impfstrategie zuerst dran.
Es komme aber immer zu Überlappungen. «Im Rahmen der ersten Impfaktion wurde auch Pflegepersonal geimpft. Wir wollen den Impfstoff nicht verschwenden.»
Das Medientreffen beginnt. Seit gestern wurden in Graubünden 107 Personen positiv getestet, 657 sind in Isolation, 720 in Quarantäne. Auf den Intensivstationen liegen acht Personen, sagt Marina Jamnicki.
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