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Marc Gini: Der Slalom-Sieg für die Ewigkeit

Mit Marc Gini verlässt der letzte von nur zehn Schweizer Slalom-Siegern den Weltcup-Zirkus.

07.04.17 - 16:42 Uhr
Ski alpin
Trotz Höhen und Tiefen: Mit Marc Gini tritt einer der erfolgreichsten Schweizer Slalom-Fahrer aller Zeiten zurück. Bild Keystone
Trotz Höhen und Tiefen: Mit Marc Gini tritt einer der erfolgreichsten Schweizer Slalom-Fahrer aller Zeiten zurück. Bild Keystone

«Skirennfahrer ist einfach ein geiler Beruf», hat Marc Gini während der Ski-WM in St. Moritz verraten. Diese Liebe zum Beruf war es, die den Engadiner in den vergangenen Jahren vom Rücktritt abhielt. 2011 hätte der Slalom-Spezialist die Reissleine ziehen können, als ihm die Ärzte nach Knieoperationen dazu rieten.

 

2015, als der heute 32-Jährige die Saisonvorbereitung auf eigene Kosten bestreiten musste, wäre der Abschied vom Spitzensport nur zu gut nachvollziehbar gewesen. Nur wer seinen Sport wirklich liebt, hält ihm auch in Zeiten – und hier sprechen wir von Jahren – in denen bereits die Qualifikation für den zweiten Lauf ein Erfolg ist, die Stange.

 

Ginis beste Phase liegt zehn Jahre zurück. Zwischen Dezember 2006 und Dezember 2007 fuhr der Mann vom Skiclub Piz Turba Bivio in sechs Weltcup-Slaloms in die Top 10. Am 11. November 2017 gewann er sensationell auf der Reiteralm. Dieser Sieg ist ein Grund, weshalb die jungen Schweizer Slalom-Cracks um Daniel Yule und Luca Aerni auch noch zu Gini aufschauten, als sie ihn leistungsmässig längst abgehängt hatten.

 

Ein exklusiver Kreis

 

So bemerkenswert Ginis Slalom-Triumph auf der Reiteralm war, so exklusiv ist der Kreis, dem er dadurch angehört. In der ewigen Schweizer Sorgendisziplin feierten nur Dumeng Giovanoli (Wengen-Kitzbühel-Double 1968), Primin Zurbriggen (1984/1986) und Didier Plaschy (1999) zwei Weltcup-Siege. Inklusive Gini sind es nur sieben weitere Schweizer, die im Slalom einmal zuoberst auf dem Podest standen.

 

Mit Marc Gini verlässt der letzte von nur zehn Schweizer Slalom-Siegern den Weltcup-Zirkus. Sollte ein Yule oder ein Aerni dereinst ebenfalls ein Rennen gewinnen, es wäre wohl ein Stück weit auch Ginis Verdienst. 

 

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