Eine kleine Schwester für die «Kleine Rote»
Die Rhätische Bahn baut beim Bahnhof Reichenau-Tamins an einer neuen Brücke über den Hinterrhein. Diese zusätzliche Flussquerung ermöglicht künftig den Halbstundentakt nach St. Moritz und Disentis-Mustér.
Die Rhätische Bahn baut beim Bahnhof Reichenau-Tamins an einer neuen Brücke über den Hinterrhein. Diese zusätzliche Flussquerung ermöglicht künftig den Halbstundentakt nach St. Moritz und Disentis-Mustér.
Sie wird 200 Meter lang und besteht aus rund 1000 Tonnen Stahl: Die «sora giuvna», oder die «jüngere Schwester» der alten RhB-Brücke über den Hinterrhein zwischen Bonaduz und Reichenau. Gestern fiel der offizielle Startschuss zum Bau der neuen Stahlbrücke. Das gesamte Bauvorhaben am Bahnhof Reichenau-Tamins kostet laut RhB rund 32,5 Millionen Franken. Ziel der RhB ist es, künftig auf getrennten Gleisen nach Thusis und in die Surselva zu fahren. Notwendig wurden die baulichen Massnahmen auch im Zuge des geplanten Halbstundentakts «Retica 30». «Um diesen umzusetzen, benötigen wir zwei Spuren aus dem Bahnhof Reichenau hinaus», sagte Renato Fasciati, Direktor der RhB.
Die «sora giuvna» soll der älteren Brücke aber keinesfalls vor der Sonne stehen. «Wir wollten eine filigrane Brücke, die den Blick auf die ältere nicht komplett verdeckt», sagte Projektleiter Karl Baumann. Hinzu kommt, dass in einem Naturschutzgebiet gebaut wird. Deshalb muss der Bund dort jedes einzelne Bauvorhaben genehmigen. Zurzeit sind laut RhB rund 80 Prozent davon bewilligt.
Diverse Bauphasen erforderlich
Sobald die neue Brücke fertiggestellt ist, wird der gesamte Eisenbahnverkehr vorläufig über die neue Brücke geleitet. So kann während des folgenden Jahres die alte Brücke restauriert und verstärkt werden. Die Sanierung der alten Brücke ist nötig, weil diese laut Christian Florin, Leiter Infrastruktur der RhB, nicht ausgelegt ist für die heute schwereren Züge. Deshalb wird die ältere Schwester ab November 2018 mit rund 200 Tonnen Stahl verstärkt. Ein Jahr später sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Erst danach fahren die Züge auf getrennten Spuren nach Thusis und in die Surselva.
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