Bergbahnen auf der Heide in Schieflage
Weil der Naturschnee fehlte, und damit auch die Winterstimmung, blieben auch die Tagesgäste aus. Der Verkehrsertrag im letzten Winter sank auf rund 20,8 Millionen Franken.
Weil der Naturschnee fehlte, und damit auch die Winterstimmung, blieben auch die Tagesgäste aus. Der Verkehrsertrag im letzten Winter sank auf rund 20,8 Millionen Franken.
Die Bilanz des letzten Sommers sieht gut aus: Das schöne Wetter zog zahlreiche Biker und Wanderer in die Berge. So konnte die Lenzerheide Bergbahnen AG (LBB AG) die Zahlen des Vorjahrs erneut übertreffen. Der Verkehrsertrag im Sommer 2016 stieg mit rund 1,6 Millionen Franken um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Bergbahnen in einer Medienmitteilung schreiben. Diese Entwicklung stimme positiv, meint Peter Engler, CEO der LBB AG. Deshalb will man weiter auf Biker, Wanderer und Familien setzen.
Doch das Sommergeschäft macht nur sieben Prozent des Jahresumsatzes aus. Nach dem bereits schneearmen Winter des Vorjahres fehlte auch in der vergangenen Wintersaison bis Mitte Januar der Naturschnee. «Dank dem zielgerichteten Einsatz der Beschneiungsanlagen konnte dennoch am 23. Dezember 2016 – pünktlich zu Beginn der Feiertage – ein zusammenhängendes Schneesportgebiet präsentiert werden», schreibt die LBB. Der Ausbau der Beschneiungsanlagen sorgte zwar für mehr Schneesicherheit in Arosa Lenzerheide, verursachte aber auch mehr Kosten.
Weil der Naturschnee fehlte, und damit auch die Winterstimmung, blieben auch die Tagesgäste aus. Zudem war es bereits Mitte März frühlingshaft warm. Die Einbussen konnten so nicht mehr wettgemacht werden. Am Ende der vergangenen Wintersaison verzeichnete das Schneesportgebiet Arosa Lenzerheide lediglich 0,4 Prozent mehr Ersteintritte. Der Verkehrsertrag im letzten Winter sank auf rund 20,8 Millionen Franken.
Der Betriebsgewinn auf der Stufe Ebitda sank auf rund 7,7 Millionen Franken. Dies entspricht einem Rückgang von rund 516 000 Franken. Der Grund für das tiefe Ergebnis sieht die LBB im geringen Pachtertrag der Gastronomie und dem erhöhten Aufwand für die Beschneiung.
Die LBB AG blickt dennoch positiv in die Zukunft. Zum einen, weil mit dem Bau der Mottahütte diesen Sommer eine grosse Investitionsphase abgeschlossen sei. Zum anderen, weil man in den letzten zehn Jahren insgesamt 140 Millionen Franken in neue Bahnanlagen, Beschneiung und Restauration investiert habe. «Die schwierigen letzten Jahre haben die LBB AG zwar nicht in eine Notlage, jedoch in Schieflage gebracht», sagt Christoph Suenderhauf, Verwaltungsratspräsident der LBB AG zusammenfassend.
Ursina Straub schreibt als Redaktorin der «Südostschweiz» für den Regionalteil der Zeitung und für Online. Ihre Themenschwerpunkte sind Landwirtschaft, Alp, Jagd, Grossraubtiere, Natur; zudem berichtet sie regelmässig aus dem Grossen Rat. Die gelernte Journalistin, diplomierte Landwirtin und Korrektorin EFA ist auch Leiterin Qualität. Mehr Infos
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.