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Nur noch vier St. Galler Spitäler sollen stationäre Leistungen bieten

Der Spitalplatz St. Gallen soll umgekrempelt werden. Damit soll die Finanzierung der Spitalverbunde langfristig gesichert werden.

Agentur
sda
31.05.18 - 10:47 Uhr
Wirtschaft
SCHWEIZ UZNACH SPITAL LINTH
SOGS 26.11.13 Das Spital Linth, aufgenommen am Dienstag, 19. November 2013, in Uznach. (Gian Ehrenzeller)
GIAN EHRENZELLER

Ohne Gegenmassnahmen droht den Spitalverbunden des Kantons St. Gallen jedes Jahr ein Defizit von 70 Millionen Franken. Mit einer medizinischen Leistungskonzentration soll die Situation entschärft werden: Künftig sollen nur noch an den Spitälern in St. Gallen, Grabs, Uznach und Wil stationäre Leistungen erbracht werden.

Die total neun St. Galler Spitäler haben im vergangenen Jahr einen konsolidierten Gewinn von 4,7 Millionen Franken erwirtschaftet. Das sind rund 6,7 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Die Vorgaben wurden damit deutlich unterschritten.

Seit der Einführung der neuen Spitalfinanzierung im Jahr 2012 hätten sich die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen grundlegend verschärft, schreibt der Verwaltungsrat der Spitalverbunde in einer Mitteilung vom Donnerstag. Ohne wirksames Gegensteuern drohe den Spitalverbunden in den nächsten sieben Jahren ein strukturelles Defizit von jährlich 70 Millionen Franken. Dieses gefährde langfristig die medizinische Versorgung im Kanton St. Gallen.

Lenkungsausschuss soll Strategie entwickeln

99 Prozent der St. Galler Bevölkerung würden auch in Zukunft innerhalb von 30 Minuten ein Spital mit Notfall- und stationärer medizinischer Versorgung erreichen, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Verwaltungsrat schlägt zudem vor, das Leistungsangebot an den fünf Spitalstandorten Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach neu zu konzipieren. Sie könnten nach Möglichkeit die ambulante Gesundheitsversorgung in Kooperation mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten anbieten oder teilweise einer anderen Nutzung zugeführt werden.

Der Vorschlag liegt jetzt bei der St. Galler Regierung. Die Regierung anerkennt die schwierige finanzielle Situation und sieht Handlungsbedarf, wie es in einer Mitteilung der St. Galler Staatskanzlei heisst. Gestützt auf die vorliegenden Informationen könne aber noch kein Entscheid zur Strategieentwicklung gefällt werden. Ein Lenkungsausschuss aus Mitgliedern der Regierung und des Verwaltungsrats soll die unternehmerische Sicht mit einer gesundheitspolitischen und finanzpolitischen Sicht zusammenführen. Der Lenkungsausschuss wird noch vor den Sommerferien das nächste Mal informieren.

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Wie hiess es noch bei der Einführung der Fallpauschalen:
Dadurch würden die Prämien nicht mehr für die Versicherten steigen und die Gesundheitskosten können auf dem Level gehalten werden............
Fazit: Die Prämien steigen weiterhin bei sinkender Qualität und Patientensicherheit. Sowohl Patienten als auch beschäftigte sprechen von spürbaren Verschlechterungen. Wiedereintrittsrate hat sich erhöht.
War das wirklich ein gute Lösung? Und warum wird das weiter geführt?

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